…vom politikverdrossenen Architekturstudenten

Wenn man in den alten ARCHIE-Ausgaben – die Fakultätszeitschrift in den 70er und 80er Jahren – blättert, wird einem unwiderruflich vor Augen geführt, wie sich das studentische Bedürfnis nach Aufstand und Rebellion in den letzten 40 Jahren gewandelt hat…

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Wir streiken nicht gegen Prüfungsordnungen (kennen diese in den meisten Fällen gar nicht), prangern keine Professoren auf öffentlichen Veranstaltungen an, gehen nicht auf Demos und nehmen nur dann an den Uniwahlen teil, wenn sich zufällig zwischen Pläne plotten und Mittag essen ein kleines Zeitfenster auftut.

Wahrscheinlich ist dies ein Zeichen der Zufriedenheit. Nichts muss geändert werden, weil eigentlich alles klasse ist. Nur ein bisschen mehr Schlaf, das wäre schön. Mir selbst geht das auch so.

Heute muss man vielleicht auch nicht mehr streiken, sondern kann in Gesprächen mit Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern viele Probleme direkt ansprechen. Alles ist ein bisschen demokratischer geworden, sicherlich auch die Hochschule. Aber ist es nicht auch ein Stück weit unsere Pflicht erst einmal alles besser machen zu wollen? Sollten wir nicht ein Bedürfnis nach Änderung in uns tragen und dann erst mit 40 einsehen, dass wir jung und einfältig, idealistisch und naiv waren?

Stattdessen verbringt man Nächte damit von Styrodur und Aceton high zu werden. Eine architektonische Verdummung, die schleichend ganze Arbeitsräume einnimmt.

Vielleicht ist es auch besser so. Politisch sein kostet ja auch Kraft. Aber manchmal wünsche ich mir dann doch ein bisschen Auflehnung, wenn auch nur um unseren lieben Eltern gerecht zu werden, die ’68 nackt auf Univorplätzen gezeltet haben. Alles für die politische Überzeugung, versteht sich!

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